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Juli 19, 2022

14* Ein Fiasko: Wie du einen Misserfolg in einen Erfolg verwandelst

Morgen löse ich mein verspätetes Geburtstagsgeschenk ein und erfülle mir damit eines der Dinge, die ich in meinem Leben erlebt haben will. 

Ich kann einen Hacken an meiner Löffelliste setzen.

Auf der Löffelliste stehen die Dinge, die tun, gesehen oder wo du gewesen sein möchtest, bevor du den Löffel abgibst.

Warum sagt man eigentlich "Löffel abgeben"?

Im Mittelalter hatte jeder einen eigenen Löffel, der am Wandbrett seinen besonderen Platz fand. Wer den Löffel daran aufhängte, hatte seine Mahlzeit beendet und schloss sich aus der Tischgemeinschaft aus. Das Ende des Lebens wird somit als Ende der Nahrungsaufnahme beschrieben.

Vom Misserfolg zum Erfolg

Hä? Und wieso kann ich jetzt schon sagen, dass dies voll daneben ging, wenn ich das erst morgen erleben werde?

Das erläutere ich dir gerne.

Dazu nehme ich dich mit auf meine Gedankenreise - mit zwei Loops, also bleib dran...

Ich liebe Biograhien, wie du vielleicht schon mitbekommen hast. Deswegen freue ich mich über einen jeden Gast in meinem Podcast Zur Sache *Digitalität. Die Lebensläufe sind so interessant und lehrreich - und man erfährt, wie es wirklich "gelaufen" ist.

Morgen werde ich bei der diesjährigen Premiere der Bregenzer Festspiele Madame Butterfly sehen und hören. Das Besondere ist nicht nur die Premiere, sondern, dass die Oper auf der Seebühne stattfindet. 

Wenn du die nicht kennst, dann google dazu mal kurz ein paar Bilder (natürlich erst, wenn du meinen Blogartikel zu Ende gelesen hast 😊). Es ist ein grandioses Schauspiel mit imposanter Bühne. Erfolgreich seit 1946.

Das ist auch ein wunderschönes Praxisbeispiel, wie vermeintliche Fehler oder Probleme, uns am meisten verhelfen, etwas Grandioses zu kreieren.

Wir verlassen unsere normale Welt, das Alltägliche, unsere vertraute Umgebung, es ist uns dann eh alles egal und wir nehmen die Veränderung an. Endlich!

Höre dazu mein Interview mit Michael Winnige von letzter Woche. 

In Krisenzeiten oder bei Problemen verlassen wir unser Normalität, die vertraute Umgebung und begeben uns in eine neue Welt, sind veränderungsbereit und erleben Wunderbares.

Die Seebühne ist 1946 als Notlösung entstanden, weil die Brengenzer Festspiele haben wollten, aber kein Theater vorhanden war. Aus der Not geboren, wählte man den schönsten Teil der Stadt - den Bodensee - als Bühne. 

Es erwies sich als durchschlagender Erfolg.

Ich kann mir genau vorstellen mit welchen Argumenten die Nichtbefürworter dies als aberwitzig abtaten.

Schön, dass es Menschen mit Visionen gibt, die unmögliches "einfach" umsetzen.

Giacomo Puccini veränderte nur Details

Genauso ein Mensch ist Giacomo Puccini. Mit Giuseppe Verdi einer der bedeutendste italienischen Opernkomponisten.

Er ist Visionist, denn die Uraufführung von Madame Butterfly im Mai 1904 war ein Fiasko.

Und hätte Puccini aufgegeben, dann würde die Arie „Un bel dì, vedremo“ heute nicht zu den beliebtesten Opernarien gehören. Sie ist der Höhepunkt des zweiten Aktes und gehört zum Repertoire einer jeden berühmten Sopranistin.

Bevor ich dazu komme, was du und ich von diesem Fiasko als Unternehmer*innen lernen können, erläutere ich ein wenig die Entstehungsgeschichte dieser Oper, Madame Butterfly.

Die Oper basiert auf einem Theaterstück, das Puccini vier Jahre zuvor in London gesehen hatte. Das Stück handelt von einer jungen Geisha, einer japanischen Künstlerin, Entertainerin (bitte nicht zu verwechseln mit einer Prostituierten), die sich in einen amerikanischen Marineoffizier verliebt, der sie kurz nach der Heirat verlässt.

Ihrer Trauer und Ihrer Hoffnung gibt Buttterfly - das ist der Name der Geisha - in dieser wunderbaren Arie zum Ausdruck. Drei Jahre hofft sie und wartet sie mit ihrem Kind auf die Rückkehr. Pinkerton, der amerikanische Marineoffizier, kommt tatsächlich zurück, allerdings mit seiner amerikanischen Ehefrau.

DöDö.

In New York war dieses Theaterstück ein Riesenerfolg, in London auch halbwegs. Dort hatte gerade eine japanische Modewelle begonnen.

Aber in Italien, wo die Oper uraufgeführt wurde, war es der größte Misserfolg, den Puccini zu Lebzeiten hatte.

Und das nachdem Puccini...

  • ein Jahr lang um die Opernrechte verhandelte hatte
  • das Stück von einem Einakter in einen Zweiakter veränderte
  • den Ort der Handlung vom Konsulat hin zu einem japanischen Haus auf einen Hügel verlagerte
  • die Musik komponierte
  • die Stücke mit einem Orchestor einprobte
  • die Darsteller rekrutierte
  • mit jedem Sänger - Sopran, Alt, Tenor und Bass, dem Chor - das ganze Stück übte

Das dauerte wie gesagt vier Jahre. Von Frühsommer 1900 bis Februar 1904.

Puccini war zu dem Zeitpunkt bereits ein populärer, erfolgreicher Komponist.

Ja, er war auf dem Höhepunkt seiner Karriere.

Und dann das: Der zweite Akt ging im Johlen und Pfeifen des Publikums unter.

Die Produktion in Rom wurde daraufhin abgesagt.

Und was machte Puccini dann?

Er schrieb keine neue Oper.

Nein, er hatte ja das richtige Gespür.

Das hatte er bereits mehrfach bewiesen: mit der Oper La Bohme und Tosca.

Heute sagt man ihm nach, dass ihn dieses Gespür durch einen schweren Unfall mit starken Schmerzen, den er als leichtsinniger Autofahrer hatte, bei Madame Butterfly verlassen oder zumindest sehr beeinträchtigt hatte.

Giacomo Puccini eliminierte in der Oper die zu lang gezogene Hochzeitszenen mit überflüssigen Details, er trennte den zweiten Akt in zwei Teile und er veränderte den Schluss und macht ihn feinfühliger: die amerikanische Ehefrau erbittet nicht in einem Anfall von Geschmacklosigkeit das Kind von Butterfly, sondern Madame Butterfly stirbt in ihrem Liebesschmerz. 

Weg mit überflüssigen Details
Neues Format
Mehr Emotionen

Puccini verkroch sich nicht vor Scham oder machte etwas Neues.

Nein, im Gegenteil.

Er setzte um und veränderte das Stück sofort. Die Revison war nicht radikal: er schaute genauer hin und nach nur drei Monate nach dem Fiasko in Mailand wählte er ein kleines Theater in Brescia aus zur erneuten Aufführung.

Seitdem wird Madame Butterfly auf der ganzen Welt vor begeisterten Zuschauern gespielt.

Puccini holt sich noch Detailinformationen über japanisches Brauchtum und japanische Weisen ein und verwendete Melodien davon, genauso wie er Töne der amerikanische Nationalhymne (the star spangled banner) in der Neuaufführung mit einfließen lies.

Was kannst du aus der Biographie lernen?

Wie gesagt liebe ich Biographien, weil sie so lehrreich sind.

Giacomo Puccini lehrt uns "dranzubleiben".

Bleib dran an deinem Produkt, an deinem Angebot, an deiner Dienstleistung. Versuche nicht ständig etwas Neues, sondern verbessere dein bestehendes Angebot.

Du hast eine Immobilie, die sich nicht gut verkauft? 

Überlege was du ändern kannst

Was sind analog zur überlangen Hochzeitsszene die überflüssigen Details?

Sind auf den Bildern im Exposé zu viele Details zu sehen? Entferne herumliegende Handtücher im Bad, Wasserflaschen und Zeitungen auf dem Tisch. Retuschiere parkende Autos vor dem Gebäude und unschöne Mülleimer, etc.

Oder genau das Gegenteil...

Sind zu wenig Details vorhanden? Wäre ein bunter Blumenstrauß auf dem Tisch angebracht? Oder Augmented Reality, also erweiterte Realität, z.B. Steckdosen, Türen, Fassaden - darstellbar durch entsprechende Technik oder einfach nur möblierte Grundrisse. Oder wäre ein aufhübschen der Immobilie durch Homestaging eine Idee?

Aus einem Akt mache mehrere Akte 

Das Mehrfamilienhaus lässt sich als Kapitalanlage derzeit nicht an einen Investor verkaufen? Dann teile das Haus in Teileigentum und verkaufe die einzelnen Wohnungen.

Der Abschluss

Endet deine Dienstleistung beim Notarvertrag und somit bei der Provisionszahlung? Sei feinfühliger und begleite die Parteien noch darüber hinaus bis zur Übergabe oder noch weiter: Gratuliere Ihnen, nach einem Jahr “heut vor einem Jahr sind sie Besitzer geworden". Setze mehr Emotionen ein und bleib in Erinnerung durch Persönlichkeit.


Ach, alles Kleinigkeiten...

Ja! Wie bei Puccini.

Und doch haben diese Kleinigkeiten aus einem Misserfolg einen Erfolg gemacht. Nicht nur die eine Arie gehört zu den beliebtesten Operarien: die ganze Oper gehört zu den beliebtesten.

Noch mehr Praxisbeispiele für dich

Ich sehe in der Story meine eigene Story.

Zum Misserfolg von Madame Butterfly sagt man heute auch, dass es mitunter am Publikum gelegen hat: Es sei unfähig gewesen den exotischen Schauplatz der Geschichte richtig einzuschätzen und das Auftreten des Marineoffiziers in zeitgenössischer Kleidung.

Als ich 2013 meine erste GmbH gründete, war dies auch ein Misserfolg und ich fragte mich im Nachgang: "Woran hat et jelegen?"

Zum Teil gab ich meiner Zielgruppe die Schuld.

Es war zu früh, Immobilienmakler*innen mobiles Marketing anzubieten. Sie konnten es noch nicht richtig einschätzen, welche Vorteil es ihnen bringen würde, responsive Exposés zu erstellen. Es dauerte noch bis 2015 bis Google nur noch mobil optimierte Internetseiten indexierte und damit das Aus für nicht responsive Seiten einläutete.

Trotzdem musste nicht nur meine Zielgruppe veränderungsbereit sein und offen für Neues.

Ich musste mein Produkt auch verändern und die Probleme meines Wunschkunden erkennen.

Wie ich das gemacht habe, welche Auf und Ab´s es gab, das habe ich in meinem Buch, das in Kürze erscheint, beschrieben.

 

In drei Akten:

  1. Ich nehme meine Perspektive ein - und erzähle meine Story
  2. Ich bin Fachidiot - und erläutere im Wikipedia-Stil die Strategie dahinter
  3. Ich gib dir Praxisbeispiele - und du brauchst nur noch umsetzen


Vergiss die Digitalisierung!

Mit Digitalität strukturiert arbeiten, Arbeitsabläufe automatiseren und planbar wachsen.

Puccini benötigte drei Monate, um einen Misserfolg in einen Erfolg zu wandeln.

Drei Monate brauchte ich auch, um einen misslungenen Launch (Onlinekurs für Unternehmer zur Transformation des Business) in einen Erfolg zu wandeln (Mentorship Digitalität für Immobilienmakler*innen, die strukturiert arbeiten und planber wachsen wollen).

Dabei habe ich auch nur ein paar Stellschrauben verändert, mir meinen Wunschkunden genauer angeschaut und mir Rat eingeholt bei Leuten vom Fach - sowie Puccini sich bei der Gattin des japanischen Botschafters.

Und du?

Wie sieht es bei dir aus?

  • Schaust du genau hin, was dein Wunschkunde benötigt?
  • Bist du geduldig bei Verhandlungen?
  • Veränderst du Details oder schmeißt du alles gleich alles über den Haufen, wenn es nicht auf Anhieb läuft?
  • Verwandelst du deinen größten Misserfolg in deinen größten Erfolg? 
  • Bist du offen für Veränderung und findest Lösungen, wenn etwas scheinbar unmöglich scheint? 
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