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November 8, 2021

Der Bundeskongress für die Immobilienwirtschaft – Tradition oder Innovation?

 Minuten Lesezeit

Der Bundeskongress der Immobilienwirtschaft hat sein 10 Jähriges bestehen. Genauso lang bin auch ich selbständig bzw. Unternehmerin mit GmbH.

Eine schöne Parallele. Und es gibt noch eine:

Der Bundeskongress sagt von sich selbst, dass er nicht noch ein weiterer Branchenverband sein will, sondern näher dran an den Unternehmen und dass er bei neuen Businesskonzepten unterstützen möchte, sowie bei der Umsezung von Umsatzpotential.

Mein Jahresmotto von 2021 lautet näher dran und mit meinem Angebot, Objektakquise effektiv zu gestalten und Umsatz planbar zu machen, bin ich genauso wenig nur eine weitere Agentur für Online Marketing.

Insofern fand ich die Einladung und die Anfrage vom bvfi genau in diesem Jahr einen Vortrag zum Bundeskongress beizusteuern sehr passend.

Überraschendes auf dem Bundeskongress

Thomas Brunner, Leader onOffice Academy bei onOffice GmbH überraschte mich bei seinem Vortrag mit der Aussage, sich auf der Plattform TikTok umzusehen und als Immobiilenmakler*in zu platzieren. Das wäre jetzt nicht meine erste Wahl, da es sich um ein Social Media Portal eines chinesischen Betreibers handelt. Es ist bekannt, dass in China die Medien stark reguliert werden, gerade kürzlich erst kam die Nachricht, dass Microsoft LinkedIn in China dicht macht, wegen dieser strengen Regulierungen.

Zeigt aber auch, dass dem Grunde nach für jeden etwas dabei ist. Reichweite kann man über viele Wege erreichen, wichtig ist sich umzuschauen, offen zu sein und sich dann zu entscheiden, was zu einem passt.

Der Tipp mit TikTok war nahezu der einzige Ausblick auf etwas Neues bei der Immobilienvermarktung. Grundsätzlich ruderte Thomas Brunner eher etwas zurück und fokussierte sich auf den Qualitätsmakler, bei dem der Mensch im Mittelpunkt steht.

Den Satz mit dem Mensch im Mittelpunkt hast du bei mir schon oft gelesen.

Vielleicht kann man es nicht oft genug sagen, weil man meines Erachtens den Begriff "Digitalisierung" mit  Technik assoziiert. Trotz dieser Gemeisamkeit triggerte mich sein Vortrag nicht wirklich.

Das lag wohl daran, dass es mir mehr "back to ..." suggerierte, anstatt eine "Weiterentwicklung der Digitalisierung", die ich mit der Aussage: "Der Mensch steht im Mittelpunkt bei der Digitalitä!" vermitteln möchte. Bei gleicher Aussage haben wir eine andere Kernaussage.

Das ist ein schönes Praxisbeispiel, wie durch Werte kommuniziert wird und warum man sich der Werte bewusst sein sollte.

Im Vortrag von onOffice schimmern für mich mehr die Werte Sicherheit und Beständigkeit durch und ich belege die Aussage "Der Mensch steht im Mittelpunkt bei der Digitalisierung" statt dessen mit Freude und Innovation.

Summasumarum ging Thomas Brunner darauf ein, dass eine Fachkompetenz allein bei Immobilienmakler*innen nicht mehr ausreichend ist. Es bedarf viel mehr Emotionen und viel mehr Kommunikation. Man braucht Service, Leistung und Qualität und dazu zeigte er einige Möglichkeit auf, die Kunden besser verstehen zu können.

Eine Menge Praxisbeispiele

Eine Menge Praxisbeispiele gab Michael Pellinghoff, Immobilienmakler und Geschäftsführer bei Pell-Rich Immobilien. Tatsächlich hat er sich wohl auch gerade mit Gesichterlesen befasst, ein Tipp den auch Thomas Brunner gegeben hatte.

Sie möchten Kunden verstehen - auch ohne Worte.

Eher nebenbei kam sein für mich größter Tipp rüber: Bilde dich ständig weiter, investiere in dich!

Mein Aufruf lautet dazu, dass das Wort "ausgebildet sein" im Duden gestrichen werden sollte, da es das nicht mehr gibt und Neugier und Offenheit für Veränderung viel wertvoller geworden ist.

Michael Pellinghoffs Unternehmen ist seit 2014 ständig gewachsen. Neuerdings gehört eine Grafikerin zum Immobilienteam, denn er ist sich sicher, dass jeder Immobilienmakler*in ein Marketingexperte werden muss. 

Es gehe dabei nicht nur um Farben und Logo, sondern um die Kultur des Unternehmens, der einzigartigen Identität.

Wäre jetzt schön, wenn ich behaupten könnte, er ist mein Kunde und hat die Schritte meiner Fünf-Grundlagen-Strategie umgesetzt. Dem ist jedoch nicht so, aber er ist wohl genauso vorgegangen.

Fünf-Grundlagen-Strategie

AnHand der Schritte begleitet das Mentorship *Digitalität, Immobilienmakler*innen

Die beinhaltet nämlich im ersten Stepp die Willenskraft etwas zu verändern, z.B. sich weiterzubilden und sich im nächsten Stepp selbst kennenzulernen, um mit einer Klarheit auf den Markt zu gehen, z.B die Unternehmenskultur mit Verhalten, Kommunikation und Design zu definieren. 

Hört sich wie eine Selbstverständlichkeit an, ist sie jedoch bei weitem nicht.

Wenn man Internetseiten von Immobilienmakler*innen anschaut, ist dort selten eine einizartige Identität zu erkennen. Es sind alles Maklerbüros mit nahezu einheitlichen Slogan und Texten.

Und dann präsentierte Michael Pellinghoff nahezu ein Feuerwerk an Marketingmaßnahmen, die er umgesetzt hat:

  • Außenwerbung auf Straßenbahnen
  • Außenwerbung auf Bussen
  • Außenwerbung auf Heiluftballons
  • Außewerbung durch Sponsoring von Sportvereinen auf Trikots und Bannern
  • Namensrechte auf dem heimischen Stadion
  • Bannerwerbung in Internet

Hinzu kommen tägliche Aktivitäten in Social Media und da bedient er wohl alle Kanäle seit Gründung der Firma

  • Instagram 
  • LinkedIn
  • Facebook
  • Twitter
  • Xing

Online wird die Internetseite und Google My Business ständig aktualisiert und in der realen Welt werden Hilforganisationen aktiv unterstützt. Neuerdings gibt es auch einen Podcast.

Das ist eine Menge Arbeit, das sagt er selbst, daher ist es wichtig, Prozesse zu schaffen und im Team zu arbeiten. Der Erfolg gibt ihm recht: über jeden der Aktivitäten wurden potentielle Kunden erreicht und akquiriert.

Selbst Gewinnspiele eignen sich zur Kundengewinnung

Standards erstellen, um Prozesse zu automatisieren - das ist übrigens auch Bestandteil der Fünf-Grundlagen-Strategie.

Als der Satz fiel, dass Gewinnspiele sich zur Kundengewinnung eignen, musste ich leicht grinsen, das ich diese auch verwende. Gerade jetzt zum 10. Jubiläum läuft wieder eins. Schau mal hier.

Was gab es Neues auf dem Bundeskongress für die Immobilienwirtschaft?

Andere Frage: Muss es denn stets etwas Neues geben? 

Ja: Ich liebe die ganzen neuen fortschrittlichen Ideen der PropTechs und verstehe nicht, warum man sich mit alten Arbeitsmethoden die Arbeit erschwert. 

Nein: Ich liebe genauso die Tradition. Klar, steht immer noch der Mensch im Mittelpunkt, daher machen wir das doch mit der Digitalisierung, das ist Fortschritt. Fortschritt für mehr Freude und Leichtigkeit bei der Arbeit.

Ich fand es auf der einen Seite schön, inspirierende Vorträge wie von Hermann Scherer zu hören und auf der anderen Seite alte Bekannte im Ausstellerbereich wieder zu sehen, mit denen ich schon vor acht Jahren Kooperationen geschlossen habe. 

Ganz gemäß der wichtigsten Eigenschaft, die Immobilienmakler*innen gemäß des Vortrages von Georg Ortner, Erfolgstrainer, haben sollten: Hartnäckigkeit!

Natürlich bin ich zum Bundeskongress für die Immobilienwirtschaft mit einer anderen Erwartung als zum REAL PropTech Kongress gegangen über den ich in dem Blogbeitrag PropTech - Die digitale Transformation der Immobilienbranche berichtet habe. Der steht für mich für Innovation und der Bundeskongress für die Immobilienwirtschaft hingegen für Tradition.

Schon allein deswegen, weil die Immobilienmakler*innen halt noch mehr in der Tradtion verhaftet sind - und der Verband ja an ihnen nah dran sein will. Und das ist ihm wohl bisher gelungen.

Perfekt ist es, wenn man Tradition und Innovation verknüpft. Mein Verständnis der Digitalität!

Die Frauenquote auf dem Bundeskongress

Da wäre noch was, und zwar die Frauenquote, weil sie auch vermehrt angesprochen wurde.

In der Immobilienbranche sind Frauen keine Seltenheit mehr. Unter den Teilnehmer*innen beim Bundeskongress war das gut sichtbar.

Die einzige Frau auf der Bühne war allerding "nur" die erfrischende Moderatorin, Ilka Groenewold.

Und bei den fast dreißig Vorträgen - live und im streaming - war ich die einzige Frau, die eine Präsentation beisteuerte (mit dem Titel "Um was es bei der Transformation des Immobilienunternehmen wirklich geht).

Bei der Begrüßung stellte der siebenköpfige Vorstand des Bundessverbandes für die Immobilienwirtschaft zumindest direkt fest, dass es ihm an einer weiblichen Person im Vorstand fehlt und sprach die Bitte aus, dass sich Frauen bewerben mögen.

Ich frage mich: "Sollte ich das tun?"


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